24.03.2017

KEFF Heilbronn-Franken nimmt Fahrt auf

Vor 100 Gästen aus der Region wurde am 20. März die Regionale Kompetenzstelle Netzwerk Energieeffizienz, KEFF Heilbronn-Franken im Beisein von Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg offiziell eröffnet.

Untersteller betonte in seinem Grußwort die ganzheitliche Betrachtung des Themas Energieeffizienz in Unternehmen. Große Einsparpotenziale sieht er vor allem in den Produktionsprozessen. Hierzu unterstützt und sensibilisiert das kostenlose Angebot des KEFF kleine- und mittelständische Unternehmen im Bereich Energieeffizienz. Zur Umsetzung der Energieeffizienz bedürfe es, so Untersteller, aufgeschlossener Unternehmen, welche diese Angebote annehmen. Auch die ambitionierten Klimaziele des Klimaschutzes in Anlehnung an die Kampagne zur Energiewende „50-80-90“ wurden von ihm aufgegriffen. Aufgrund des stetig steigenden Stromverbrauchs, vor allem im E-Automobilsektor, sieht er dabei die Notwendigkeit, nicht nur Energieeffizienz zu betreiben sondern zukünftig mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Das Grußwort des Umweltministers war umrahmt von zahlreichen Beiträgen Beteiligter und Unterstützer der KEFF Heilbronn-Franken.

Stefan Gölz von der IHK Heilbronn-Franken, dem Träger der KEFF Heilbronn-Franken, betonte, dass die Steigerung der Energieeffizienz die größte Ressource der Region sei. Zukünftig stehen in der Region die beiden KEFF-Effizienzmoderatoren Christian Eifler und Sebastian Ehrler als Ansprechpersonen zur Verfügung, um Unternehmen für Energieeffizienzpotenziale zu sensibilisieren und sie bei der Aktivierung dieser Potenziale zu begleiten.

Prof. Dr. Thomas Bezold, Dekan der Hochschule Campus Künzelsau, stellte anschließend fest, dass die Auswahl des Sitzes der KEFF auf dem Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn eine große Chance sei, um Synergien in Kooperation mit dem Studiengang Energiemanagement zu nutzen. „Neben Bildung und Gesundheit ist die Energieeffizienz das Thema für das 21. Jahrhundert“, so Bezold.

Prof. Dr. Dr. h.c. Harald Unkelbach, Präsident der IHK Heilbronn-Franken, unterstrich die Notwendigkeit, Betriebe durch Energieeffizienz erfolgreicher zu machen und somit unter anderem Kosteneinsparungen zu erzielen. Die notwendige Sensibilisierung und Schulung zum Thema Energieeffizienz könne zum Beispiel das Energiemanagement Labor am Campus Künzelsau leisten. Beispiele aus der Praxis könnten hier in einer wissenschaftlichen Einrichtung umgesetzt und in Unternehmen ausgetragen werden. „So viel Energie wie nötig, so wenig wie möglich“ lautet das Credo von Ralf Schnörr von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, welcher auf den kostenlosen KEFF-Check verwies, den die KEFF Effizienzmoderatoren den Unternehmen anböten.

Dr.-Ing. Hannes Spieth von Umwelttechnik BW, der Landesagentur für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz Baden-Württemberg, stellte in seinem Beitrag die Grundlagen des von der Europäischen Union und dem Umweltministerium geförderten KEFF-Projekts vor. „Effizienz ist Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und die Voraussetzung, dass wir im Land Baden-Württemberg weiter wirtschaften können“, so Spieth. Die Landesagentur Umwelttechnik BW übernimmt im KEFF-Projekt die zentrale Koordinierung.

Im Anschluss an die Vorträge moderierte Spieth eine Podiumsdiskussion mit Untersteller und Vertretern aus Industrie, Handwerk und Wissenschaft.

Untersteller stellte heraus, dass nicht nur die Energieeffizienz, sondern alle Aspekte der Ressourceneffizienz vorangetrieben werden müssen. Hierzu verwies er auf die bereits laufenden Aktionen der „Landesstrategie Ressourceneffizienz Baden-Württemberg“ als auch auf Forschungsvorhaben zu kritischen Rohstoffen und zur Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen. Ein weiterer wichtiger Ansatz sei die Darstellung von Best Practice Beispielen zum Beispiel im Rahmen des Projekts „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“, diese motivierten Unternehmen zusätzlich zu den verfügbaren Beratungsangeboten.

Markus Mettler, technischer Betriebsleiter und Umweltbeauftragter der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co.KG., ging auf die Frage ein, welche monetären Aspekte die Energieeffizienz in Unternehmen mit sich brächte Er sähe neben der Energie insbesondere die Materialeffizienz als großen Faktor, wenn es um die Einsparung von Kosten ginge. Mettler betonte, dass sein Unternehmen bei Investitionsentscheidungen keine festgesetzten Amortisationszeiten festlegt. Umgesetzte Projekte werden alle fünf Jahre überprüft. Vor allem die Investitionskosten schreckten viele Betriebe zunächst ab Energieeffizienzmaßnahmen umzusetzen, so Thomas Randecker, Geschäftsführer der Randecker & Westiner Elektrotechnik GmbH + Co. KG.

Zum Ausklang der Veranstaltung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich praxisnah mit Effizienzthemen bei Lüftung, Druckluft und Beleuchtung im Energielabor der Hochschule Künzelsau zu beschäftigen.

Informationen zu den Regionalen Kompetenzstellen Energieeffizienz und die regionalen Ansprechpartner unter www.keff.bw.de

 

 

Autor

Elisabeth Dückert

Quelle

UTBW

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