18.02.2019

Eiskalt bis zu 75 Prozent sparen

Kälteaggregate werden in vielen Handwerksbetrieben eingesetzt. Unter anderem in Metzgereien, Bäckereien und anderen Unternehmen, die Lebensmittel herstellen. Vor allem im Sommer steigen die Kühlkosten massiv. So kann der Stromverbrauch für die Kälteerzeugung 40 Prozent des Gesamtstromverbrauchs ausmachen. Die gute Nachricht: Im Bereich der Kältetechnik liegen hohe Einsparpotenziale brach. Experten gehen von 35 bis 75 Prozent aus.

Bild: KEFF - Region Stuttgart

 

Kältetechnische Anlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Allen gemein ist das Funktionsprinzip: An einer Stelle wird Kälte erzeugt, die an einer anderen Stelle in den Prozess einfließen muss, zumeist in Form von Wärme.

Kälte wird entweder zentral oder dezentral erzeugt. Dezentrale Lösungen befinden sich am Ort des Kältebedarfs, zum Beispiel in Form einer Kühlkammer, und geben die Wärme in aller Regel an die Raumluft ab. Bei zentralen Systemen wird die Wärme zunächst an einen bestimmten Ort transportiert und dort an die äußere Umgebung abgegeben. Der Abtransport der Wärme ist durch verschiedene Medien denkbar. Zum Einsatz kommen Kühlwasser, Luft sowie chemische Kühlflüssigkeiten.

Die zwei gebräuchlichsten Verfahren zur Kälteerzeugung sind Kompression und Absorption.

Kompressionskältemaschinen

Diese bestehen im Wesentlichen aus einem Verdichter mit Antrieb zur Temperatur- und Druckerhöhung, einem Verflüssiger zur Wärmeabgabe, einem Drosselorgan zur Temperatur- und Druckabsenkung und einem oder mehreren Verdampfern zur Wärmeaufnahme.

Die Nachteile der Kompressionstechnologie sind ein hoher Stromverbrauch und Wartungsaufwand. Außerdem sind Kompressionskälteaggregate laut und arbeiten oft mit umweltbelastenden Kältemitteln. Zur Verbesserung der Energieeffizienz empfiehlt sich die Optimierung der Verdampfungs- und Kondensationstemperatur, der Einsatz eines wassergekühlten Kondensators und Nutzung von Wärmerückgewinnung.

Das größte Sparpotenzial liegt in der Auslegung von Verdampfungs- und Kondensationstemperatur

Je kleiner die Temperaturdifferenz, desto geringer sind die vom Verdichter zu überwindende Druckdifferenz und der Energieaufwand. Eine ein Grad höhere Verdampfungstemperatur senkt den Energieverbrauch des Verdichters um rund vier Prozent. Das Absenken der Kondensationstemperatur um ein Grad reduziert den Energiebedarf des Verdichters um drei Prozent. Zudem bietet der Einsatz von Wasser als Kondensator hohe Einsparmöglichkeiten, weil Wasser besonders im Sommer unabhängig von hohen Außentemperaturen ist.

Zusätzliche Einsparungen durch „Economiser“

Economiser sind Wärmetauscher und ermöglichen die Rückgewinnung der Abwärme, die beim Kühlen an die Umgebung abgegeben wird. Durch den Einsatz von einem Economiser und einem wassergekühlten Verflüssiger wird die Leistungsaufnahme um zirka zehn Prozent reduziert und die Kälteleistung um etwa 30 Prozent erhöht.

Auch die eingesetzte Energie kann teilweise wieder gewonnen werden. Das aus dem Verdichter austretende Kältemittel hat eine Temperatur von 70 bis 120 Grad. Damit kann Warmwasser erzeugt werden, dass auch zum Heizen genutzt werden kann.

Absorptionskältemaschinen

Diese wandeln bereits geringe Wärme in Kälte um, weswegen auch Abwärme oder Solarwärnme zum Antrieb genutzt werden kann. Die Absorption bietet folgende Vorteile:

  • Umweltschonende Kältemittel (Wasser)
  • Nutzung von Abwärme, zum Beispiel aus einem Blockheizkraftwerk
  • Keine mechanisch bewegten Bauteile
  • Hohen Lebensdauer und geringer Wartungsaufwand
  • Leiser Betrieb
  • Stufenlose Regulierbarkeit ohne wesentliche Verluste
  • Geringer Strombedarf

Für Absorptionskältemaschinen genügen niedrige Wärmetemperaturen

Schon 55 Grad warmes Wasser reicht, um Kälte zu erzeugen. 65 bis 85 Grad genügen für die volle Kälteleistung. Absorptionsmaschinen eignen sich daher besonders zur Nutzung von Abwärme aus Blockheizkraftwerken oder von überschüssiger Prozesswärme.

Nachteilig ist allerdings, dass die Anlagen relativ große Bauformen haben.

Das Wichtigste zum Schluss: Energieeffizienz wird großzügig gefördert und bezuschusst.

Energie und CO2 – weniger ist mehr! Sprich: Je weniger Energie  Ihr Betrieb benötigt, desto mehr wird Ihre Investition, zum Beispiel in Maßnahmen zur energie- und kosteneffizienten Kälteerzeugung gefördert und mit barem Geld bezuschusst. Was zählt, ist die Einsparung. Schon ab zehn Prozent weniger Energieverbrauch können Sie Förderungen und Zuschüsse erhalten.

Fragen Sie doch einfach Ihren KEFF-Effizienzmoderator. Er führt Sie sicher durch den „Förder- und Zuschussdschungel“ und empfiehlt Ihnen die für Ihren Betrieb richtigen Programme.

 

 

Bildquelle KEFF _ Region Stuttgart

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