25.09.2019

Ein tiefgreifender Wandel ist notwendig - Beim Energiewendetag gibt es wichtige Impulse für den Alltag

Klimaschutz beginnt bei jedem Einzelnen. Das wurde beim Energiewendetag im Umweltzentrum auf der Möglingshöhe deutlich. „Anpacken für eine lebenswerte Zukunft“ – unter diesem Titel stand der Nachmittag mit vielen Experten und einer interessanten Ausstellung. An 260 Orten in Baden-Württemberg fand der Tag statt.  Der Tag stand auch ganz unter dem Eindruck der Klimaschutz-Demonstrationen, sicher auch deshalb waren viele Interessierte in das Umweltzentrum gekommen, darunter die Landtagsabgeordnete Martina Braun (Grüne) und der Königsfelder Bürgermeister Fritz Link. Effizienzmoderator Simon Scholl von der Kompetenzstelle für Energieeffizienz (KEFF) bei der IHK eröffnete mit Armin Schott (stellvertretender Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Villingen-Schwenningen) den Nachmittag. Letzterer kam direkt von der Klausurtagung des Gemeinderates und kündigte an, dass sich in Villingen-Schwenningen in nächster Zeit in Sachen Klimaschutz einiges bewegen werde.

„Wir wollen mit der Veranstaltung und der Ausstellung zeigen, dass jeder etwas für ein besseres Klima tun kann“, sagt Karl Greising, Ministerialdirigent im Umweltministerium, der gleichzeitig die Ausstellung „Effizienzpreis Bauen und Modernisieren“ eröffnete. Er ging auf einzelne Punkte des vorgestellten Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung ein. Von den 65 Maßnahmen beträfen acht das Thema Gebäude. Greising forderte unter anderem hohe Energiestandards bei Sanierungsmaßnahmen. Aus Landessicht erwähnte er die Fortschreibung des Klimaschutzgesetzes. Darin sollen die Kommunen für eine effiziente und zukunftsfähige Wärmeversorgung in den Kommunen sorgen, bei gleichzeitiger Vermeidung von CO2-Emmissionen.

Mareike Weiner, die an der Universität Basel nachhaltige Entwicklung studierte, machte anhand von Daten und Fakten deutlich, warum die Menschheit im Grunde vor dem Kollaps stehe und ein tiefgreifender kultureller Wandel benötige. „Der Wandel muss von unten gestaltet werden. Das bedeute nicht Verzicht, sondern mehr Lebensqualität“, sagte die Expertin. „Was wir als wir als normal ansehen, ist alles andere als normal. Das Problem ist, dass wir Menschen sind unheimlich schlecht darin sind, langfristig zu denken.“

Weil er aus organisatorischen Gründen nicht rechtzeitig in Schwenningen sein konnte, hielt der Hauptredner Henning Austmann seinen Vortrag kurzerhand per Skype. Der Professor für Betriebschwirtschaftslehre und Inititiator der Ideenwerkstatt „Dorfzukunft“ zeigte anhand von Beispielen Möglichkeiten für einen „echt-nachhaltigen“ Lebensstil und was jeder Einzelne tun kann. So etwa eine regionale Ernährung, ökologisches Bauen, Leben in Multigenerationenhäusern, eine Reduzierung des Konsums, oder die Nutzung regenerativer Energien. „Lassen Sie uns mutiger und konsequenter die Lösungsansätze angehen“, so Henning Austmann.

Interessante Informationen gab es zum Abschluss von den Teilnehmern der Expertenrunde. Moderiert von Simon Scholl standen Petra Neubauer (Klimaschutzmanagerin bei der Stadt VS), Anita Sperle-Fleig (Geschäftsführerin BUND), Dimitri Vedel (Bodensee-Stiftung), Tobias Bacher (Energieagentur Schwarzwald-Baar-Kreis) und Bernd Deutschbein (Energieberater bei den Stadtwerken VS) Rede und Antwort. Vor dem Gebäude konnten die Teilnehmer Lasten-Fahrräder auf E-Bike-Basis testen und Apfelsaft herstellen.  

Ansprechpartner

Simon Scholl

Simon
Scholl
Company Position
07721 922-149
IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg
Romäusring 4
78050 Villingen-Schwenningen
Deutschland