Über die regionalen Kompetenzstellen des Netzwerks Energieeffizienz (KEFF)

Der Unternehmenssektor verbraucht fast ein Viertel der Energie in Baden-Württemberg. Aus diesem Grund gilt es, insbesondere den Unternehmenssektor bei der Erreichung des Ziels der Landesregierung zu unterstützen, bis 2050 die CO2-Emissionen in Baden-Württemberg um 90 Prozent zu senken. Mit der Förderrichtlinie „Regionale Kompetenzstellen Netzwerk Energieeffizienz (KEFF)“ setzt sich das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) für die Steigerung von Energieeffizienz in Unternehmen ein. In allen Branchen sind zum Teil noch erhebliche Energieeffizienzpotenziale vorhanden, die derzeit nicht oder nicht hinreichend ausgeschöpft werden.

Im Fokus von KEFF stehen vor allem jene kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), denen im Vergleich zu den großen Unternehmen oftmals die Zeit und die Kapazitäten fehlen, um sich mit möglichen Energieeffizienzpotenzialen intensiv auseinanderzusetzen. Im Rahmen eines öffentlichen Teilnahmewettbewerbs wurden für jede der zwölf Regionen Baden-Württembergs Trägerorganisationen und Konsortien für die Ansiedelung einer regionalen KEFF gefunden. 32 Trägerorganisationen betreiben inzwischen in regional unterschiedlicher Zusammensetzung die KEFF und beschäftigen hierzu KEFF-Effizienzmoderatoren und Projektassistenzen. Das KEFF-Personal dient als unabhängiger und neutraler Ansprechpartner für die Firmen in der jeweiligen Region. Die zwölf regionalen Kompetenzstellen bilden zusammen mit der zentralen Koordinierungsstelle bei Umwelttechnik BW (UTBW) das landesweite Netzwerk Energieeffizienz.

Die zentrale Koordinierungsstelle hat die Aufgabe, die KEFF bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen und im Netzwerk Energieeffizienz die Qualität der Ansprache, Sensibilisierung und Information von Unternehmen sicherzustellen.

Die Aufgaben der KEFF sind vielfältig. Einerseits sensibilisieren sie Unternehmen für das Thema Energieeffizienz und informieren über weiterführende Energieberatungs- und Kooperationsmöglichkeiten und beispielhafte Lösungen. Andererseits unterstützen sie Unternehmen beim Übergang von der Beratung zur Umsetzung von Maßnahmen sowie beim Abbau von Hemmnissen bei der Maßnahmenumsetzung.

Die regional verorteten KEFF verfolgen unterschiedliche Konzepte, um die Unternehmen über die Angebote der KEFF sowie die verschiedenen Fachthemen zu informieren. Dies gewährleistet, dass die jeweilige Vorgehensweise auf die Charakteristika der jeweiligen Region abgestimmt ist.

Ein Schlüsselelement des Projekts ist der KEFF-Check, den die KEFF-Effizienzmoderatoren vor Ort im Unternehmen durchführen. Er zeigt bereits erste Effizienzpotenziale auf. Wichtig hierbei: Die KEFF bauen keine Konkurrenz zu bestehenden Energieberatungsangeboten auf. Sie bieten ihre Tätigkeiten vielmehr neutral, unentgeltlich und ausschließlich im nicht-wettbewerblichen Bereich an. Ziel ist es, nach der Ersterfassung möglicher Effizienzpotenziale die Berater, Planer und Umsetzer nach Bedarf mit einzubeziehen.

Zu den weiteren Aufgaben der KEFF zählt die Initiierung und Unterstützung lokaler und regionaler Energieeffizienznetzwerke und damit verbunden die Einbindung aller relevanter Akteure vor Ort.

Die Trägerorganisationen der KEFF werden aktuell für vier Jahre aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln gefördert. Nach drei Jahren Projektlaufzeit wird eine Evaluation der KEFF durchgeführt. Das Ergebnis der Evaluation ist letztlich maßgeblich dafür, ob die Trägerorganisationen eine Bewilligung für weitere drei Jahre bekommen können. Nach maximal sieben Jahren Projektlaufzeit soll das Netzwerk Energieeffizienz eine ausreichende Bekanntheit und regionale wie landesweite Vernetzung und Einbindung erreicht haben.

Ansprechpartner