05.07.2017

Staatssekretär Dr. Andre Baumann besucht KEFF-Region Hochrhein-Bodensee

Am 29. und 30. Juni 2017 besuchte Staatssekretär Dr. Andre Baumann auf seiner KEFF-Besuchstour in Gottmadingen und Schopfheim zwei Betriebe, die in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit Maßstäbe setzen. Gäste aus Politik und Wirtschaft erlebten interessante Vorträge und spannende Werksführungen.

Wenn sie auch völlig unterschiedlichen Branchen angehören: Die Randegger Ottilienquelle GmbH aus Gottmadingen-Randegg und die MEGA Metallguss Obermeier GmbH aus Schopfheim vereint der nachhaltige und äußerst effiziente Umgang mit Energie. Davon überzeugte sich auch Staatsekretär Baumann bei den Firmenbesichtigungen und Vorträgen. Schon bei seinen Grußworten machte Baumann klar, welche Bedeutung das innovative Vorgehen der beiden Betriebe hat: Er sieht die Energiewende als Generationenprojekt, bei dem alle Partner aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen müssen.

Ganz ähnlich formulierte Landrat Frank Hämmerle in Gottmadingen seine Begrüßung. Er hob dabei das Projekt KEFF hervor, dessen regionaler KEFF-Effizienzmoderator Johannes Walcher die Veranstaltung organisiert hatte. Walcher berichtete über die Ziele seiner Arbeit am Standort Konstanz und die Möglichkeiten von Betrieben, sich durch Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz deutliche Kosten- und damit Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

Das bestätigte im Anschluss Clemens Fleischmann, Geschäftsführer der Ottilienquelle. Er berichtete nicht nur über die 125jährige Firmengeschichte, deren Maxime immer und ohne Unterbrechung die Mehrwegflasche aus Glas war. Durch Maßnahmen wie Energiegewinnung aus Hackschnitzeln, Nutzung von Photovoltaik, Spannungsreduktion und weiteren innovativen Methoden arbeitet sein Betrieb klimaneutral. Bei der anschließenden Firmenbesichtigung konnten sich die über 50 Gäste von der konsequenten Umsetzung der einzelnen Faktoren überzeugen.

Die beiden anschließenden Vorträge, die die Nachmittagsveranstaltung zu ihrem Ende führten, befassten sich mit den Themen Stromqualität und Spannungsreduktion. Manfred Hertl-Hoch, Geschäftsführer Sinus-energetics Stuttgart, berichtete über Elektrische Energiequalität, induktive und kapazitive Netze sowie Netzrückwirkungen, die unter anderem durch Haushaltsgeräte verursacht werden.

Joachim Mahr, Interim Manager Wörner Hartverchromung GmbH Denkendorf, schilderte, dass in seinem Betrieb mit acht Mitarbeitern der Stromverbrauch durch Spannungsreduktion um durchschnittlich 17-24 Prozent gesunken ist.

Am Folgetag begrüßten in Schopfheim neben Staatssekretär Baumann Landrätin Marion Dammann und der Beigeordnete der Stadt Schopfheim, Dr. Ruthard Hirschner. Beide ließen in ihren Beiträgen keinen Zweifel daran, dass die fossilen Brennstoffe endlich und Projekte wie KEFF dringend notwendig sind, um die Energiewende gemeinsam mit der Wirtschaft bewältigen zu können.

Die zweite KEFF-Effizienzmoderatorin der Region Hochrhein-Bodensee, Franziska Kennemann, bertreut die Landkreise Lörrach und Waldshut-Tiengen. Sie ist überzeugt, dass sich die politischen Vorgaben hinsichtlich Stromverbrauch in absehbarer Zeit verschärfen werden. Dies sei mehr als ein guter Grund für die Betriebe, sich schon heute um energieeffiziente Produktion zu kümmern, so Kennemann.

Beispiel für die Umsetzung von Maßnahmen in energieintensiven Branchen gab Gründer und Geschäftsführer der MEGU Metallguss Obermeier GmbH, Schopfheim, Michael Obermeier. Er präsentierte in seinem Vortrag gleiche eine Reihe von Beispielen zur Reduzierung des Stromverbrauchs. Wärmerückgewinnung, die Anschaffung einer neuen Kompressionsanlage und die Umstellung auf LED-Beleuchtung tragen ebenso wie die Eigennutzung von Strom aus einer Photovoltaikanlage ihren Teil dazu bei, dass der Energieverbrauch im Betrieb um 75 Prozent reduziert werde konnte.

Eine Anmerkung zur CO2-Thematik ließ sich Baumann allerdings nicht nehmen: Er sei zwar froh, dass die Ottilienquelle so nachhaltig und innovativ produziere; ohne die nach wie vor ins Wasser eingebrachte Kohlensäure jedoch wäre das Mineralwasser nicht annähernd so erfrischend. Deshalb freue er sich sehr, trotz klimaneutraler Produktion nicht darauf verzichten zu müssen.

Moderiert wurden die beiden KEFF-Veranstaltungen von den Geschäftsführern der Energieagenturen Kreis Konstanz, Gerd Burkert und Landkreis Lörrach, Jan Münster. Die beiden Institutionen sind die Träger der regionalen Kompetenzstelle Energieeffizienz in der Region Hochrhein-Bodensee und bilden gemeinsam ein Konsortium.

 

Autor

Ralf Stahl

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UTBW

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