21.10.2016

Rückblick Thementag "Effizienzpotenzial Abwärme" der KEFF Baden-Württemberg

Rund drei Viertel der von Unternehmen genutzten Energie endet in Form von Wärme – und verpufft, wenn nicht die bereits in großer Vielfalt vorhandenen Technologien zur Abwärmenutzung angewendet werden.

Diese von Dr.-Ing. Hannes Spieth, dem Geschäftsführer der Landesagentur Umwelttechnik BW, die auch die zentrale Koordinierungsstelle der KEFF trägt, in seinem Vortrag formulierte Aussage stieß beim KEFF Thementag – Effizienzpotenzial Abwärmenutzung am 20. Oktober 2016 im freiraum, Stuttgart-Bad Cannstatt, auf große Zustimmung.

Über 140 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft folgten den Fachvorträgen der von Joachim Mahrholdt, Journalist und langjähriger Redakteur für die Themen Umwelt und Wissenschaft, moderierten KEFF-Veranstaltung mit großem Interesse und Spannung.

Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, brachte es bei seiner Begrüßung bereits auf den Punkt:  50 Prozent der Unternehmen kennen ihr Abwärmepotenzial nicht und lassen damit teure Energie entweichen.

Dem schloss sich Ralf Angele, Carrier Klimatechnik GmbH, an und verwies darauf, dass zuallererst die Energieströme zu messen seien, um dann den konkreten Bedarf zu ermitteln.

Mitveranstalter Dr.-Ing. Volker Kienzlen, Geschäftsführer der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, stellte sein Haus als kompetenten Partner in Sachen Wärmenetze, Energiemanagement, Contracting und KWK vor. In seinem Vortrag, wie überhaupt im Laufe der Veranstaltung, wurde deutlich, wie wichtig und zukunftsträchtig die Vernetzung von Wirtschaft und Kommunen gerade im Energiesektor ist. So produziert manches Unternehmen derart große Mengen an Abwärme, dass deren Energiegehalt ganze Kommunen versorgen könnte.

Dass Dampfturbinen auch mit anderen Arbeitsmitteln als mit Wasserdampf betrieben werden können, bewies Joachim-Uwe Lorenzen, Dürr Cyplan Ltd. Er referierte über die Vorteile von organischen Flüssigkeiten beim Organic Rankine Cycle (Abkürzung ORC) Verfahren.

Die Fachvorträge eingeläutet hatte Prof. Dr. Ingela Tietze, Hochschule Pforzheim, mit Ihrer Definition des Begriffs  Abwärme und den unterschiedlichen Technologien zur Nutzung derselben.

Ihren Ausführungen folgte Tobias Schaal, Projektpartner der Drees und Sommer AG. Er betonte den Wert eines gewerkeübergreifenden Ansatzes in der Gebäudetechnik gleich zu Projektbeginn, da hierdurch die Wirtschaftlichkeit des Effizienzpotenzials Abwärmenutzung merklich erhöht würde.

Prof. Dr. Matthias Rädle, HAW Mannheim, stellte fest, dass wir noch längst nicht am Ende der Technologieentwicklung angelangt sind. Sein Forschungsgebiet – die Technologie des Latentspeichers – verspricht die wirtschaftliche Speicherung von Energie, auch wenn sie im Augenblick Zukunftsthema und noch nicht ganz marktreif ist.

Mit dem letzten Vortrag des Tages rundete Jürgen Gackstatter, RKW Baden-Württemberg GmbH, die Veranstaltung ab. Er berichtete über verschiedene Fördermittel im Energieeffizienzbereich und die Wege dorthin. Er betonte, dass gerade in Baden-Württemberg die Förderlandschaft überaus gut bestückt sei und legte es den Mittleständlern nahe, sich um Förderung zu bemühen.

Die zentrale Koordierungsstelle der KEFF – Regionale Kompetenzstellen Netzwerk Energieeffizienz – organisierte die Veranstaltung.  Die Energieeffizienzmoderatoren, verteilt über die zwölf Regionen Baden-Württembergs, sind die ersten Ansprechpartner für kleine- und mittelständische Unternehmen auf dem Weg zur Optimierung ihrer Energieeffizienz.

Weitere Informationen zu KEFF unter www.keff-bw.de

Autor

Ralf Stahl

Quelle

UTBW

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