01.02.2018

Nutzung von Abwärme in der Praxis – KEFF-Forum zu Gast bei der Trautwein GmbH in Hechingen

Am 30. Januar lud die regionale Kompetenzstelle Energieeffizienz Neckar-Alb (KEFF) zur ersten Informationsveranstaltung der Reihe KEFF-Forum im Jahr 2018 ein. 20 Unternehmensvertreter aus der Region Neckar-Alb informierten sich über das Thema Abwärmenutzung und den dazu passenden Fördermitteln.

Die Härterei Trautwein hat sich auf die Bereiche Wärmebehandlung und Oberflächenveredelung von Metallen spezialisiert. Diese energieintensiven Arbeitsgebiete gehen mit enormen Mengen an Abwärme einher. Sascha Eichmüller, Geschäftsführer von Trautwein, erkannte die Effizienzpotenziale der Abwärme und leitete Maßnahmen zu deren Nutzung ein – ein Beipiel beim „KEFF-Forum: Nutzung von Abwärme in der Praxis“. Weitere Beispiele stellten ausgereifte und verfügbare Möglichkeiten der Abwärmenutzung vor. Einen Einblick in die Umsetzung bei Trautwein erhalten die Teilnehmer beim Firmenrundgang.

Benjamin Rath, Effizienzmoderator KEFF Neckar-Alb, eröffnete das Forum und stellte den KEFF-Check vor, den die KEFF-Effizienzmoderatoren vor Ort bei Unternehmen durchführen: Beim Besuch im Betrieb wird auf Potenziale in den Bereichen Gebäudehülle, Heizung, Lüftung, Pumpen, Beleuchtung und Druckluft ebenso eingegangen wie auf Verbesserungsmöglichkeiten beim Lastmanagement. Rath hatte die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Schlagenhauf, KEFF-Assistent mit Sitz bei der Energieagentur Zollernalb in Balingen, organisiert.

 „Erst vermeiden, dann nutzen!“, so lautet die Maxime vom Energieexperten Roland Huber, Geschäftsführer Ingenieurbüro e3. Sind aber Abwärmeprozesse wie in der gastgebenden Härterei nicht zu umgehen, so gilt es, die Energieüberschüsse sinnvoll zu nutzen. In der Produktionshalle bei Trautwein sind deshalb unterhalb der Decke Module installiert, welche die aufsteigende Wärme ansaugen, in einen Wasserkreislauf einspeisen und sie in dieser Form in den Heizraum leiten. Damit wird ein Pufferspeicher versorgt, aus dessen Reserven das Verwaltungsgebäude der Firma ihre Heizwärme bezieht.

Wie vergleichbare Maßnahmen zu finanzieren sind, zeigte im Anschluss Stefanie Hofmann vom Ingenieurbüro Vaßen. Sie ging unter anderem auf das KfW-Energieeffizienzprogramm – Abwärme ein. Hier werden zinsgünstige Darlehen der KfW mit Tilgungszuschüssen angeboten, finanziert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Gefördert wird die innerbetriebliche Vermeidung und Nutzung von Abwärme ebenso wie deren außerbetriebliche Verwendung, etwa bei Maßnahmen zur Auskopplung der Abwärme durch Weiterleitung an Nachbarbetriebe mit Wärmebedarf. Auf letzteren Punkt war schon Huber in seinem Vortrag eingegangen; sollte ein Unternehmen den großen Wärmeüberschuss nicht für eigene Prozesse nutzen können, bietet sich die Übergabe an Nachbarbetriebe oder Einspeisung in Wärmenetze an.

Wichtig: Die Förderanträge sind vor Beginn der Maßnahmenumsetzung einzureichen!

Abschließend wurde deutlich, dass die Vorträge Interesse geweckt haben. Aus den Reihen der Unternehmensvertreter war deutlich zu hören, sich künftig enger mit den Themen rund um die Energieeffizienz befassen zu wollen. Rath und Schlagenhauf stehen gerne bereit, um mit dem KEFF-Check die ersten Schritte einzuleiten!

Autor

Ralf Stahl

Quelle

UTBW

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