07.06.2017

ERSTES INNOVATIONSFORUM ENERGIEEFFIZIENZ IN DER NEUEN TONHALLE IN VILLINGEN-SCHWENNINGEN: WIRTSCHAFT STEHT ZUR ENERGIEWENDE – RUND 150 TEILNEHMER DISKUTIERTEN

Großer Erfolg für die Kompetenzstelle Energieeffizienz (KEFF) der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg mit Effizienzmoderator Simon Scholl: Das 1. Innovationsforum Energieeffizienz in der Neuen Tonhalle wurde mit rund 150 Teilnehmern hervorragend angenommen.

Villingen-Schwenningen. Scholl hatte in Zusammenarbeit mit Marcel Trogisch, Energiereferent der IHK, ein attraktives Programm organisiert. Neben Vorträgen zu politischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Einflüssen und Auswirkungen stand dabei vor allem die konkrete, nutzbringende Umsetzung im Betrieb im Vordergrund. Bürgermeister Detlev Bührer betonte in seiner Begrüßung, dass die beste Energie diejenige sei, die nicht verbraucht wird. Deshalb verfolge die Stadt einen Plan, den Energieverbrauch einzudämmen, zum Beispiel mit der Umrüstung auf LED-Leuchten und der Erarbeitung eines Konzepts zur nachhaltigen Bewirtschaftung der eigenen Immobilien.

IHK-Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll bekräftigte die Unterstützung der heimischen Wirtschaft zur Energiewende. Die IHK ist Träger der regionalen Kompetenzstelle Energieeffizienz. Die Energiewende sei nötig, „damit auch unsere nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten vorfinden.“ Die Vizepräsidentin forderte gleichzeitig die Eindämmung der einschlägigen Bürokratie, der Regulierung und der Umlagen im Energiebereich: „Schon heute müssen Unternehmen teilweise Dutzende Formulare ausfüllen und Nachweise erbringen, um standortsichernde Entlastungen im Energiebereich in Anspruch nehmen zu können.“ Da die Produkte und Lösungen, um Gebäude, Maschinen und Prozesse energieeffizienter umzusetzen, zu einem guten Teil aus der Region stammen, liege im Thema auch eine große wirtschaftliche Chance über den Einspareffekt hinaus, betonte Schuler-Kargoll.

Prof. Dr. Klaus Kornwachs zeigte in seinem Impulsvortrag auf, dass die Erderwärmung nur global verhindert werden kann, „dennoch kommt es auf jeden einzelnen lokalen Beitrag an“. Energieeffizienz sei prinzipiell am besten durch Anreize, nicht durch Verbote, zu erreichen. Schon heute leisteten Energieeinsparungen den größten Einzelanteil zur Dekarbonisierung der Energie, es könnten aber noch immense Potenziale gehoben werden. Seine Einschätzung: Energieeffizienz funktioniert dezentral am besten, auch die Energieerzeugung werde sich zunehmend dezentralisieren. Das übergelagerte Ziel, nämlich die Entkopplung von Wachstum und Wohlstandsvermehrung vom Ressourcenverbrauch, sei es wert, alle Anstrengungen zu unternehmen.

Auch Claire Range, Vertreterin der deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz in Berlin, unterstrich mit dem Slogan der „multiple benefits“, dass das Einsparen von Energie viel mehr Vorteile bringt als auf den ersten Blick anzunehmen. Zum Beispiel werde Energie billiger, wenn weniger davon produziert werden muss, Netzte würden weniger belastet, die Umwelt profitiert durch weniger Emissionen, weniger Windräder oder weniger Flächenverbrauch durch Photovoltaik und so fort. Deshalb werde von der Politik dieses Thema nun forciert, nachdem zunächst die regenerative Erzeugung von Energie im Fokus gestanden hatte. Ein wichtiges Ziel sei es nun, die Qualifizierung von Energiebeauftragten weiter zu verbessern, um die Qualität eingeleiteter Maßnahmen zu erhöhen. Die Digitalisierung als Ermöglichungstechnologie könne helfen, die Kleinteiligkeit der zu ergreifenden Maßnahmen zu handeln und zu überwinden, gewissermaßen als Energieeffizienz 4.0.

Die praktische Umsetzung im Betrieb bildete den zweiten Schwerpunkt des Forums, das, wie die abschließende Podiumsdiskussion, sachlich fundiert und eloquent von Katrin Ziegler moderiert wurde. Während des Speed-Dating mit Experten knüpften zahlreiche Energiebeauftragte von Unternehmen erste Kontakte zu zertifizierten Energieberatern. In zahlreichen Anwenderberichten wurden erfolgreiche konkrete Umsetzungen vorgestellt: Druckluft, Beleuchtung, KWK-Anlagen, Hydraulischer Abgleich oder Pumpentausch – die Themen waren breit gefächert.

Roberto Nobile berichtete vom Projekt der Energiescouts, die in der ebm-papst-Gruppe der Verschwendung auf der Spur sind und bei Einsparungen in Höhe von gut 200.000 Euro jährlich bereits etwa 1,5 Millionen Euro an Einsparvolumen tatsächlich gehoben haben. In mehreren Vorträgen wurde deutlich, dass ein umfassendes, vernetztes Energiemanagement der bislang einzeln betrachteten Bereiche Strom, Wärme, Druckluft, Mobilität und weiterer den größten Erfolg zeitigen wird.

Das grundlegende Ziel der Kompetenzstelle, Unternehmen für das Thema zu sensibilisieren und zu informieren, um dann weiterführende Energieberatungs- und Kooperationsmöglichkeiten und beispielhafte Lösungen aufzuzeigen, sei mit dem Innovationsforum befördert worden, konnten Scholl und Trogisch ein positives Fazit des Tages nach vielen interessanten Diskussionen ziehen. Umdenken in Gang zu bringen und Bewusstsein für Effizienz zu fördern, sei schon deshalb wichtig, weil es die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft stärkt, so die Organisatoren. Das ist, nimmt man viele positive Rückmeldungen der Teilnehmer als Maßstab, bestens gelungen.

 

 

Quelle

KEFF Schwarzwald-Baar-Heuberg

Ansprechpartner

Simon Scholl

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Effizienzmoderator der regionalen Kompetenzstelle Schwarzwald-Baar-Heuberg
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