15.06.2016

ENERGIEWENDE IST MEHR ALS DIE UMSTELLUNG AUF ERNEUERBARE ENERGIEN

Energieeffizienz in der Produktion – Brauchen wir mehr Effizienz oder mehr Flexibilität?

Der 4. Effizienz-Gipfel des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion der Universität Stuttgart (EEP) fand am 13. Juni 2016 in Stuttgart-Vaihingen statt. Die Veranstaltung stand unter der Leitfrage: Brauchen wir mehr Effizienz oder mehr Flexibilität? Drei Mal wurden die gut 100 Teilnehmer per TED-Umfrage gefragt, was Sie bedeutender finden. Interessanterweise änderten sich die Umfragewerte über die Veranstaltungsdauer.
Die Flexibilisierung der Energienachfrage ist für viele Unternehmen auch zukünftig ein relevantes Thema. Wie auch der aktuelle EEP-Energieeffizienzindex (Veröffentlichung am 21. Juni) ergeben hat, auf den EEP-Institutschef Alexander Sauer verwies. Der Index zeigt auch, dass die Erwartungen, Effizienzsteigerungen zu erzielen, wieder steigen. „Ein gutes Zeichen“, befand Sauer. EEP-Beiratsvorsitzender Heinz Dürr betonte, dass die Energiewende mehr ist, als die Umstellung auf Erneuerbare Energien.
Dürr fehlen in der Praxis die Anreize. So bemängelte er, dass energie-intensive Unternehmen gebremst werden, effizient zu handeln. Denn Energieeffizienz wirkt sich innerhalb der EEG-Befreiung unter Umständen negativ für sie aus.

Bei der anschließenden Panelrunde diskutierte Sauer mit Thomas Bareiß (MdB), Beauftragter für Energiepolitik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Grotholt, Vorstandsvorsitzender der 2G Energy AG, und dem neuen dena-Chef Andreas Kuhlmann. Alle vier waren sich einig, dass Effizienz und Flexibilität gleich wichtig sind. In der zweiten Panelrunde traf Prof. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer ISE, auf Stephan Kohler, Gesellschafter des Euref Campus, Michael Principato, Manager bei HeidelbergCement, Dr. Carsten Rolle, Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik beim BDI, sowie Dr. Walter Steinmann, Direktor des Bundesamtes für Energie der Schweizer Eidgenossenschaft. Gemeinsam versuchten sie, die Möglichkeiten von FlexEfficiency abzustecken, waren aber geschlossen der Meinung, dass Effizienz eine größere Bedeutung als Flexibilität hat.
Der Vorschlag, dass EEG könne abgeschafft werden, führte bei einigen anwesenden Unternehmen auf Zustimmung und Beifall.

Im Rahmen der begleitenden Ausstellung wurde das Projekt „Regionale Kompetenzstellen Netzwerk Energieeffizienz (KEFF)“ präsentiert. KEFF unterstützt vor allem kleine und mittlere Unternehmen dabei, Energieeffizienzmaßnahmen erfolgreich umzusetzen. In den zwölf Regionen Baden-Württembergs gibt es je eine regionale Kompetenzstelle Energieeffizienz. Diese wird von verschiedenen Institutionen und auch Konsortien getragen. Die dort ansässigen Effizienzmoderatoren sensibilisieren Unternehmen. Alle KEFF-Angebote sind kostenfrei. Das Projekt wird vom europäischen Fond für regionale Entwicklung und dem Land Baden-Württemberg  gefördert. Bei Umwelttechnik BW ist die zentrale Koordinierungsstelle angesiedelt. Mehr Informationen unter www.keff-bw.de.

Quelle

EEP und UTBW

Ansprechpartner

Stefanie Gauch-Dörre

Stefanie
Gauch-Dörre
Projektleiterin Kommunikation KEFF
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